Willkommen bei skibotn

Bei einem Besuch der Region um Tromsø ist Staunen das vorherrschende Gefühl. Selbst Menschen, die bereits viel von ihrer Schönheit gehört und Fotos oder Videos von der Region gesehen haben oder sogar schon einmal dort waren, werden stets aufs Neue von der spektakulären und imposanten Natur in Staunen versetzt.

Der nördlichste Teil Norwegens war einigen von uns Crewmitgliedern neu. Wir waren am Flughafen von Tromsø angekommen und hatten eine Woche Erkunden, Testen und Fotoshootings in Skibotn vor uns. Diese Region ist zwar bislang noch nicht für Radtouren bekannt, hat jedoch einen weltweiten Ruf als Skigebiet. Am Fjord gegenüber von Skibotn liegt die Halbinsel Lyngen, eines der spektakulärsten Gebiete Norwegens für Skitouren. Unabhängig von der Bekanntheit der Region und der Saison hat Norwegen stets viel Abwechslung zu bieten. Nach einem kurzen Rendezvous mit Norwegern und Schweden fuhren wir los, um das letzte Crewmitglied in der Stadtmitte von Tromsø abzuholen. Kurze Zeit später waren wir auf den Weg nach Skibotn. 

Die Strecke Richtung Skibotn bietet alles, was sich das Bikerherz wünschen kann. Inmitten der Natur liegt ein kleines Dorf, das umgeben ist von hohen Gebirgskämmen, die parallel zum Fjord verlaufen und sich mit langen Abfahrten abwechseln, die sich bis ins Tal hinunter ziehen. Dieser Ort ist weit abgelegen, schier endlos, faszinierend und atemberaubend und verkörpert so den Charakter des hohen Nordens. 

 

Zuerst planten wir, die Mitternachtssonne auszunutzen und das Land darzustellen, in dem die Sonne niemals untergeht. Tatsächlich zeigte sich das Wetter in der Woche zuvor mit klarem Himmel, strahlendem Sonnenschein und Temperaturen, die den Eindruck vermittelten, wir befänden uns wesentlich näher am Äquator. Über eines muss man sich in diesem Teil der Welt jedoch im Klaren sein: Verlasse dich niemals auf das Wetter. Das Wetter in Skibotn mag vielleicht nicht so unberechenbar sein wie auf den Lofoten, ein kurzer Blick auf den Wetterbericht zeigte jedoch, dass das Glück nicht auf unserer Seite war. Die Sonne sollte sich nur noch ein paar Stunden zeigen, danach war für die gesamte nächste Woche nachtschwarze Bewölkung zu erwarten. Uns blieb keine Wahl – wir fingen sofort mit den Kamera- und Fotoshootings an. 

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Plateau über Skibotn mit Wanderwegen zwischen grüner und üppiger Vegetation und dem Fjord als Kulisse. Ein leichter Nieselregen und dunkle Wolken vertrieben langsam die letzten Sonnenstrahlen. Es war bereits mitten in der Nacht und bis wir endlich im Bett lagen, war es bereits nach drei Uhr morgens. 

Das Kernteam bei diesem Fotoshooting bestand aus sechs Personen: dem Fotografen Chris Holter, den Kameramännern Frode Sandbech und Nikolai Schirmer, dem Praktikanten und Mädchen für alles Martin Hammer und den Botschaftern Jon Bokrantz, Aslak Mørstad und Thomas Klingenberg. Diese Kamera- und Fotoshootings sind immer eine echte Teamleistung. Ohne eine gute Zusammenarbeit gäbe es keine Bilder, Videos oder Geschichten. Meistens schlüpft jedes Teammitglied sehr schnell in seine bzw. ihre Rolle. Die Vormittage in Skibotn liefen in der Regel wie folgt ab: Aslak und Thomas packten die Fahrräder in den Van, Jon machte Sandwiches und kümmerte sich um die Snacks, während Martin darauf achtete, dass alle die richtige Bekleidung trugen und Ersatzkleidung einpackten. Frode stellte sicher, dass die Akkus aufgeladen waren und packte die Filmausrüstung ein, während Niko den Gimbal-Stabilisator einstellte. Chris warf nochmal einen Blick auf den Wetterbericht, legte einen Aktionsplan für den Tag fest und gab das Zeichen zum Aufbruch. 

Eine gute Zusammenarbeit ist besonders in Schlechtwetterzeiten unerlässlich. Der Morgen des zweiten Tages zeigte sich freundlicher und wir brachen zu einem der Gebirgskämme über Skibotn auf. Wir stellten unsere Autos am Fuß der Berge ab, luden unsere Ausrüstung aus und trugen diese zu Fuß weiter. Am Berggipfel machten sich alle bereit und gingen an die Arbeit. Einige Minuten später mussten wir uns schnell unterstellen und die Kameraausrüstung vor dem Regen schützen, der scheinbar aus dem Nichts gekommen war. Das Wetter ändert sich in dieser Region häufig sehr abrupt. Wenn das Wetter in Skibotn nicht mitspielt, bleibt den Besuchern nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren, einzupacken und nach Hause zu fahren.

Der nächste Tag lief nahezu genauso ab. Nach dem langen Aufstieg auf einen der Berge machten sich alle bereit und brachten die Kameras in Stellung. Dann kam das Déjà-vu: Der Himmel verdüsterte sich von einem Moment zum anderen und schwere Wolken drohten mit einem baldigen Regenschauer. Heute beschlossen wir jedoch, uns nicht vertreiben zu lassen. Wie ließen uns nicht einschüchtern und sahen das schlechte Wetter als Chance, die neue Skibotn-Kollektion zu testen. 

In den nächsten Stunden drehten wir in strömendem Regen, durch den die Wege sofort in tiefem Schlamm versanken. Die Sichtweite lag bei Null, Schlamm spritzte durch die Gegend, wir waren von Kopf bis Fuß durchnässt und alles war beschmiert mit lehmartiger Erde. Es war fantastisch!

Nach einem langen Tag in Schlamm war es Zeit für ein Bad im Fjord. Ich bin nicht ganz sicher, wie kalt das Wasser wirklich war, und eigentlich will ich es gar nicht wissen. Beim Eintauchen ins Wasser blieb mir vor Kälte fast die Luft weg, zurück am Ufer breitete sich jedoch wohlige Wärme aus. Dann zündeten wir den Grill an, genehmigten uns ein paar Bier und genossen das Essen. Ruht euch aus, Jungs, morgen geht es weiter!

Der Rest der Woche verlief wesentlich reibungsloser. Wir hielten uns an unseren Plan, teilten uns in Teams auf, um verschiedene Segmente und Produktdetails aufzunehmen und umgingen den Regen mit weit größerem Erfolg als zuvor. Was gibt es nun zu der brandneuen Skibotn-Kollektion zu sagen? Sie läutet eine neue Ära in der Welt der Mountainbiking-Bekleidung ein, denn sie besteht aus Wolle. Skibotn besteht nicht aus den traditionell verwendeten Materialien und bietet einen nie dagewesenen Tragekomfort. Wolle hält warm und trocken, auch bei tagelangen Touren im Sattel. Zudem kann die Wollkleidung über Stunden an aufeinanderfolgenden Tagen problemlos getragen werden. Die Wolle schmiegt sich weich und eng an die Haut an und bietet dadurch einen außergewöhnlich hohen Tragekomfort. Zwar saugt sich die Bekleidung bei strömendem Regen und viel Schlamm voll und wird schwer, an solchen Tagen ist aber sowieso das Tragen einer Jacke anzuraten. Doch nicht nur das Material, sondern auch die Details machen Skibotn einzigartig. Beispielsweise sind die neuen Shorts etwas kürzer als Fjørå. Sie bestehen aus einem robusten Material mit Stretcheinsätzen an den richtigen Stellen und weisen eine hervorragende Verarbeitungsqualität auf. Die erhältlichen Farben sind dunkel, schwer und stimmungsvoll – wie unsere Reise nach Skibotn.

Am letzten Tag suchten wir Revanche auf dem Gipfel, auf dem wir uns einmal geschlagen geben mussten. Wir kletterten auf die emporragenden Felsspitzen des Berges und genossen die malerische Aussicht auf Lyngen. Dabei fühlten wir uns wie in einer Szene aus „Der König der Löwen“. Dann jagten wir uns gegenseitig den langen, gewundenen Pfad von der Spitze des Berges bis zur Baumgrenze hinunter. Wir nahmen die letzten wichtigen Videoclips auf und hatten schließlich das Gefühl, dass sich alle Teile des Puzzles zusammengefügt hatten. Es war der perfekte Abschluss einer ereignisreichen Woche!

Vorsichtig ausgedrückt war die Woche in Skibotn sehr abwechslungsreich. Das Wetter war zwar nicht so, wie wir es uns erhofft hatten, doch wir nahmen es mit allen Widrigkeiten auf, arbeiteten gut zusammen und fuhren mit einem Gefühl der Zufriedenheit mit unserer Arbeit ab. Schließlich hatten wir eine neue Lektion über den Norden gelernt. 

Norrøna Magazine