Upcycling

Vierzig Plastikflaschen reisten um die Welt, um zu einer 100 Prozent recycelten Norrøna-Fleecejacke zu werden.

Beim Recycling geht es darum, dass alle gewinnen. Sie. Der Hersteller. Die Umwelt. Jeder sollte von den Plastikflaschen profitieren, die Sie im letzten Jahr zurückgegeben haben und die Sie in diesem Jahr in Form von Fleecejacken in den Norrøna-Filialen wiederfinden. Das ist nicht einfach nur Recycling, sondern Upcycling.

Für eine Fleecejacke werden 40 Plastikflaschen benötigt.

Anderthalb Flaschen war die enttäuschende Antwort, als Norrøna fragte: „Wie viele leere Flaschen braucht man für eine Fleecejacke?“ Eine viel kleinere Anzahl, als die meisten Menschen erwarten würden. Der Rest der Textilien besteht in der Regel aus Rohpolyester, Fleeceresten und anderem Industrieabfall. Aber ist das wirklich nötig? Nein. „Wir bringen die erste Sportkleidung auf den Markt, die ausschließlich aus Altflaschen hergestellt wurde“, sagt Norrøna-Eigentümer und Geschäftsführer Jørgen Jørgensen. In Zusammenarbeit mit den Recycling-Unternehmen Tomra und Norsk Resirk sammelte Norrøna in der Osterzeit 2011 rund 700.000 leere Flaschen und sendete sie auf eine Reise um die halbe Welt. „Das Ziel ist ein Upcycling in der Wertschöpfungskette, um aus Flaschen hochwertige Sportkleidung zu machen.“

Vermeiden Sie Plastikmüll wo immer möglich. Wenn Sie recyceln, machen wir daraus etwas Neues.

Die Reise begann in Norwegen, wo die Pfandflaschen zurückgebracht, gesammelt, sortiert, verpackt und an das Unternehmen Cleanaway in Norrkøping, Schweden, gesendet wurden. Dort wurden die Flaschen zu kleinen Flocken von maximal 12 Millimetern Größe geschreddert und gewaschen, um Etiketten und Klebstoff zu entfernen. Anschließend wurden sie mit Ätznatron gespült und durch einen Kunststofftank geleitet, um die leichteren Flaschendeckelteile an die Oberfläche zu schwemmen. Die Deckel werden verwendet, um einfache Produkte wie Paletten herzustellen. Aus den durchsichtigen und hellblauen Plastikflocken werden neue Flaschen und Fleecekleidung, während die bunten Teile zu Klebeband für Verpackungen und Autofußmatten verarbeitet werden. „Es fühlt sich gut an, die Flaschen ins System zurückzuführen, das ist der wichtige Teil im Umweltkreislauf“, so Thomas Ottoson, Manager bei Cleanaway, das pro Tag 80 Tonnen Flaschen schreddert und dann weiterverkauft.

Das ist der Anfang des /29-Upcycling-Fleece von Norrøna.

Auf der anderen Seite des Atlantiks, im Recycling Center REPREVE® von Unifi, wurden die farbigen Flocken auf 280 Grad erhitzt und zu kleinen Pellets gepresst. Diese wurden dann erneut erhitzt und in einer Spinne zu REPREVE® 100-Polyestergarn verarbeitet. Dieses Garn wurde schließlich auf langen Spulen zu Polartec in Boston geschickt, das eine Reihe recycelter Textilien herstellt. „Lange Zeit wurde nur ein relativ kleiner Anteil recycelter Materialien verwendet, ca. 10 Prozent. Nach und nach konnten wir diesen Anteil aber erhöhen und sind jetzt in der Lage, Textilien ohne Zugabe von neuem Polyester oder Qualitätseinbußen herzustellen“, berichtet Chuck Haryslack von Polartec zum neuen Material Reprieve 100. „Es fühlt sich gut an, Textilien aus Materialien herzustellen, die ansonsten im Müll landen würden. Das ist die Art der Dinge, die wir tun müssen, um einen nachhaltigeren Planeten zu schaffen“, sagt Haryslack.

Herstellung von Fleecekleidung aus recycelten Plastikflaschen.

Die Plastikflaschen beendeten ihre Reise als dicke, warme Winterjacken der /29-Reihe von Norrøna. Ziel ist es, mehr recycelte Produkte herzustellen. Aktuell liegt der Anteil bei rund 11 Prozent, bis 2015 soll er auf 15 Prozent steigen, sagt Jørgensen. Forschung kostet Geld. Und zunächst Zeit. Aber sie ermöglicht die Reduzierung der Verwendung nicht erneuerbarer Materialien. Der Müll auf den Halden wird weniger und stattdessen zu etwas Schönem und Exklusivem. „Es geht darum, Abfall zu reduzieren und die Umweltauswirkungen jedes Kleidungsstücks so weit wie möglich zu reduzieren“, sagt Jørgensen.

    Norrøna Magazine