Profil: Andreas Ygre Wiig

Für Snowboarder Andreas Ygre Wiig, 32, besteht das Leben aus Pulverschnee, Spaß und der nächsten Saison.

Andreas verbringt die meiste Zeit auf dem Snowboard und an Orten wie diesem.

„Wenn ich nach Hause komme, brauche ich häufig mehrere Tage, um mich wieder an das Stadtleben und den Rhythmus „neun bis fünf“ zu gewöhnen“, erzählt Andreas Ygre Wiig in seinem Apartment im gehobenen Osloer Stadtteil Frogner.
Das ist nicht schwer nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, dass der Snowboard-Profi und neue Norrøna-Botschafter manchmal bis zu einem Monat durch die Wälder um Lake Tahoe streift. Seine nächste Reise führt ihn vielleicht ins norwegische Narvik auf der Suche nach einer unberührten Strecke im außergewöhnlichen Licht der Arktis, das sich so häufig in Filmen, Touristenträumen und Zeitschriften wie Wallpaper wiederfindet.

Der mehrfache X-Games-Gewinner Andreas Wiig präsentiert seinen bekannten Stil in Narvik.

Wiig, 32, ist in der Nationalmannschaft und immer noch ein wahres Energiebündel. Aber auf den Listen der besten Snowboarder Norwegens ist er jetzt 12 Jahre älter als die jüngsten. Wiig hat etwas Besonderes, es wirkt als bestehe er aus Bergbirke und Gneisfels mit einer Prise Bescheidenheit. Vielleicht kam er schon robust auf die Welt, aber zahllose Stunden Krafttraining, Dehnübungen und Trampolin-Workouts haben ebenfalls ihren Teil beigetragen. Das Snowboarden hat ihm ein paar gebrochene Gelenke beschert, aber in der Regel ist er immer gut gelandet. Ist er als Snowboarder „so gut wie neu“? „Nicht so gut wie neu, aber in gutem Zustand. Gut
gepflegt“, sagt er.

Andreas Wiig

Er hat die X-Games gewonnen, Travis Rice auf dem Siegertreppchen abgelöst und ist an der roten Mähne von Shaun White vorbeigeflitzt. Wiig kann jede Menge Preisgelder, Trophäen und Sponsorenverträge vorweisen. Kein Wunder, denn er hat schon Rennen auf jedem Kontinent bestritten, auf dem es Schnee und Snowboards gibt. Jetzt hat Wiig einen anderen Weg eingeschlagen und konzentriert sich auf den ästhetischen Aspekt des Wintersports: Er dreht Snowboard-Filme, in denen alles auf die richtigen Moves, die perfekte Route und unberührte Berge ankommt – und das alles in kristallklarem HD. Für Wiig geht es beim Snowboarden nicht um strenge Richter, kreischende Fans oder ständige Werbeunterbrechungen. Erst letztes Jahr wurde er für seine Rolle in dem Film „Vacation“ mit einem Preis für die „beste Filmsequenz“ ausgezeichnet.
„Mir ist es im Moment einfach wichtig, in den Bergen zu sein. Es gibt viele Orte, die ich noch besuchen möchte, zum Beispiel die Sunnmøre-Alpen – ja, wirklich – im Westen Norwegens“, so Wiig.
Läuft es also darauf hinaus, dass einer der erfolgreichsten Snowboarder Norwegens seine wahre Berufung gefunden hat?
„Was mich daran so begeistert, sind die einfachen Dinge: ein neuer Trick, das Fliegen durch die Luft“, sagt Wiig und wird auf einmal ganz still – so still wie die fallenden Flocken. „Das Gefühl, im Pulverschnee zu fahren.“

Narvik – Freestyle im Tiefschnee

Norrøna Magazine