Portrait: Christine Hargin

Christine Hargin ist die beste weibliche Teilnehmerin der Freeride World Tour und neue Norrøna-Botschafterin.

 Christine Hargin repräsentiert als Mitglied des Norrøna-Skiteams die Lofoten-Kollektion.

Die Sonne strahlt gelb und der Himmel blau. Genau wie die Farben der schwedischen Flagge. Die Berge sind hoch, steil und von frischem Pulverschnee bedeckt. Genau so, wie Christine Hargin, 32, sie mag. Die Freeride World Tour (FWT) ist in Chamonix und das Mädchen aus Schweden ist bereit für den Wettbewerb. Hargin steht hinter den Starttoren und verinnerlicht die Strecke, für die sie sich entschieden hat. Sie ist aufgeregt, voller Vorfreude.

Auf das Skifahren. Auf das Rennen. Darauf, Gas zu geben.
Da. Weg ist sie.


Im Dezember 2012 wurde Hargin Norrøna-Botschafterin. Die Freeride-Weltmeisterin von 2012 ist bereit, ihren Titel zu verteidigen. Und sie freut sich darauf, an der Tour durch die Berge und Fjorde Norwegens teilzunehmen.
„Die Zusammenarbeit mit Norrøna ist wirklich aufregend. Jetzt muss ich mir Tiefschnee-Bindungen und Steigfelle umschnallen. Ich war noch nie Tourenskifahren“, sagt sie.

Sie waren noch nie zum Tourenski in den Bergen?
„Nein.“
Sie haben noch nie Steigfelle verwendet?
„Warten Sie. Sie schreiben das?“
Ja. Aber stimmt es auch?
„Vielleicht habe ich es einmal probiert.“
Sie haben es noch nie probiert, oder?
„Nein...!“

Okay. Vielleicht ist Hargin noch nicht viel mit Skiern geklettert. Das liegt daran, dass sie die meiste Zeit damit verbracht hat, bergrunter zu fahren. Sie ist viel Ski gefahren. Dieses Mädchen aus Stockholm ist immer Ski gefahren. Zuerst im Skiclub in Stockholm, dann auf dem Skigymnasium in Åre. Dann schaffte Sie es ins nationale Juniorenteam für Abfahrtsski und nach ihrem Schulabschluss drehte sich alles nur noch ums Skifahren. Hargin nahm an den Europa- und Weltmeisterschaften im Abfahrtsski teil, bis sie sich schließlich 2004 für ein Studium entschied.
„Ich habe den Studiengang ,Kunst, Kultur und Wirtschaft‘ belegt. Ich habe einen Abschluss in Wirtschaft und Marketing“, sagt sie.
Als Studentin hatte sie viel Freizeit und fing mit dem Freeriding an.
„Ich bin in die Alpen gefahren. Ich war auch schon vorher oft in den Alpen, war aber bisher nur auf vorbereiteten Abfahrten gefahren. Das war was ganz anderes“, erklärt sie. Die ehemalige Abfahrtsskifahrerin liebte es. Sie fand es toll, fast im Pulverschnee zu versinken. Die Freiheit
der Berge zu fühlen. Spaß zu haben.
„Ich interessiere mich schon für das Skifahren so lange ich denken kann. Als ich an den Abfahrtswettkämpfen teilnahm, hatte ich sehr spezifische, hohe Ziele. Als ich mit dem Freeriding anfing, hatte ich keine solchen Ambitionen. Aber ich spüre nicht den gleichen Druck und das fühlt sich gut an“, sagt sie.

Weltmeisterin Christine Hargin weiß, wie sie sich mit Skiern an den Füßen bewegen muss.

Im Winter hat Hargin kein richtiges Zuhause. Sie reist herum und nimmt an Wettbewerben teil, filmt und fährt Ski, wo immer der Schnee gut ist.
„Es ist cool. Man bekommt viel zu sehen. Aber es kann auch ermüdend sein: Wo werde ich morgen schlafen?
Vielleicht muss man für ein Nomadenleben einen Preis zahlen, aber sie denkt nicht lange darüber nach.
„Ich versuche, es nicht so zu sehen, als ob ich etwas verpasse. Aber es ist natürlich ein Leben ohne Wurzeln. Man reist herum, ist immer in Bewegung und hat kein geregeltes Leben. Aber ich würde dieses Leben auf keinen Fall gegen ein normales Leben in der Stadt eintauschen. Ich würde darauf wetten, weil ich es für cool halte. Es ist positiv.
Ich tue nicht etwas anderes, weil ich muss oder weil andere Leute es so machen. Ich lebe das Leben, für das ich mich entschieden habe“, sagt sie.

Als Hargin zum ersten Mal an einem Freeriding-Wettbewerb teilnahm, fiel sie im wahrsten Sinne des Wortes aufs Gesicht.
„Ich verlor beim Absprung von einer Klippe das Gleichgewicht, drehte mich um die eigene Achse und stürzte. Haha. Die ersten zwei, drei Wettbewerbe liefen nicht so gut. Aber danach wurde es besser“, so Hargin. Und so ging es immer weiter.
„Ich lernte Menschen kennen, die sehr viel Ski fahren und traf mich öfter mit ihnen. Und ich fuhr immer häufiger Ski“, sagt sie.
Nach einer Weile begann Hargin mit dem Gedanken zu spielen, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Ich dachte, es würde Spaß machen, das mal auszuprobieren. Nach ein paar Jahren in Qualifyings schaffte sie vor drei Jahren den Schritt in die Weltklasse und wurde Vierte in der Freeride World Tour. Heute steht ihr Name oben auf den Ranglisten.
Sie sagt, jetzt besteht ihr Ziel darin, besser zu werden.
„Ich konzentriere mich darauf, mich weiterzuentwickeln, immer besser zu werden, kreativ Ski zu fahren. Aber natürlich habe ich jetzt, wo ich einige Wettbewerbe gewonnen habe, auch nichts dagegen, noch mehr Titel zu holen. Oder die ganze Tour noch einmal zu gewinnen“, sagt Hargin.
Sie sagt, sie kann sich den perfekten Lauf in einem Wettbewerb vorstellen.
„Absolut. Schnelles Fahren, große Sprünge und ein
Trick während des Laufs. Es einfach halten. Die Dinge nicht zu kompliziert machen“, sagt sie.

Christine Hargin beim Skifahren in den Lofoten-Produkten von Norrøna.

Bei den FWT-Wettbewerben herrscht eine gute Stimmung. Besonders freut sie, dass ihre Freunde Wille Lindberg und Reine Barkered im schwedischen Herrenteam sind.
„Reine hat mich dieses und letztes Jahr viel unterstützt. Er hat mir jede Menge Ratschläge gegeben und es ist ermutigend, ihn dabei zu haben. Dieses Jahr nahm Wille ebenfalls an der Tour teil. Er ist ein wirklich guter Freund und wir sind schon viel zusammen Ski gefahren. So macht es noch mehr Spaß. Das kann in einem Wettbewerb entscheidend sein. Wenn es
Spaß macht, fährt man oft besser“, sagt sie.
Und sie gibt zu, dass sie viel von den Jungs lernen kann.
„Ja. Ich vergleiche mich mit ihnen. So etwas macht man nicht, um sein Selbstvertrauen aufzubauen. Aber ich versuche immer, besser zu werden und lasse mich wirklich gern inspirieren“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie wirklich viel von den Jungs lernt, „was Stärke und Technik betrifft. Und wie ich springen muss.“
Hargin verbringt fast ihre gesamte Zeit mit Skifahren, aber sie hat auch noch ein wenig Zeit für andere Interessen.
„Ich bin kein Profi-Surfer, aber ich mache Surfurlaube. Und ich betreibe auch andere Sportarten. Nicht besonders intensiv, aber Skateboarden, Tennis, Yoga. Und ich arbeite manchmal im Alpingarasjet, einem Skiladen in Stockholm.“
Ansonsten hat Hargin auch kreative Hobbys wie Dekorieren und Mode sowie Fotografieren und Fotobearbeitung.
„Ich fotografiere alles. Insbesondere Orte, an die ich reise, Freunde und Skifahren“, sagt sie.

Zurück zum Wettbewerb. Christine tanzt den Abhang hinunter. Konzentriert. Verspielt. Nie unsicher. Ein hoher Steilhang, heiße Drehungen, rasante Geschwindigkeit. Noch ein Steilhang. Die Zuschauer sitzen am Berg gegenüber und verfolgen das Rennen mit Ferngläsern. Ihnen gefällt, was sie sehen.
„Tres bien.“
Christine nimmt einen dritten Steilhang. Landet sicher. Fährt mit einem guten Gefühl hinunter ins Ziel. Sie sieht hinauf in den gelb-blauen Himmel. Und lächelt. Einer nach dem anderen bewältigen ihre Mitstreiter den Berg. Als der Letzte über die Ziellinie fährt, leuchten die Endergebnisse auf. Der Name „Christine Hargin“ steht ganz oben. Heute besteht kein Zweifel, wer der Beste ist.

Christine Hargin beim Skifahren

Christine fährt in unserer Lofoten-Kollektion, aber auch in der /29-Kollektion für einen aktiven Lebensstil und in ihrem persönlichen Favoriten, der Lyngen lightweight down750-Jacke bekommen Sie sie zu sehen.

Kaufen Sie die Artikel aus Christines Ausrüstung hier:

Norrøna Magazine