Ein Tag im Freien - Vogelbeobachtung

Einen Tag im Freien mit den Jagd-Botschaftern Jan Erik und Martin Blom.

- Schh, schau mal!

Wir stecken zur Hälfte in unseren Schlafsäcken, abgedeckt durch die Zweige, die wir vorher abgeschnitten hatten, um den Anbau zu errichten, der am Abend als Unterschlupf dient, und wir versuchen mucksmäuschenstill zu sein. Wir blicken konzentriert durch das Fernglas und sehen mehrere schwarze Punkte, die sich unten an der Sumpflandschaft bewegen.

- Da sind zwei Weibchen, die sich nähern, flüstert Jan Erik Blom und zeigt darauf.

 Birkhühner balzen in Nordmarka, Oslo

Während seiner 73 Jahre war er schon ungezählte Male Zeuge von balzenden Birkhühnern, trotzdem ist er immer noch genauso aufgeregt. Die Männchen gackern und pfeifen, während sie umeinander herum tänzeln. Sie prüfen den Federschmuck des jeweils anderen, um zu sehen, wer überlegen ist. Wenn die Hennen sich nähern, wird die Balz aufgeheizter. Es sieht fast schon wie ein echter Hahnenkampf aus. Einer verlässt den Kampf mit einem siegreichen Gang, während der Rest wieder in den Wäldern verschwindet.

- Es ist wie überall in der Natur, sagt Jan Erik mit einem Schmunzeln, der Stärkere überlebt.

Jagd-Botschafter Jan Erik Blom trinkt Kaffee

Er wird es nie müde, wilde Tiere zu beobachten. Egal ob Elch oder Birkhuhn, er kann stundenlang einfach nur dasitzen und ihr Verhalten und die soziale Interaktion zwischen den Tieren und der Natur studieren. Jan Erik hat seine freie Zeit als Ranger für „Nordmarka“ in Oslo verbracht, seit er 18 Jahre alt war. Er kennt jede noch so kleine Ecke des Waldes und wahrscheinlich hat er mehr Stunden hier draußen als in seinem eigenen Zuhause verbracht. Seine Liebe zur Natur, den Tieren und natürlich zur Jagd wurde auf seinen Sohn Martin Blom übertragen, der daraus einen festen Beruf gemacht hat, indem er Jagdfilme produziert.

Jan Erik und Martin Blom verbringen eine Nacht im Wald, um die Balz der Birkhühner zu beobachten

Martin wurde auf dem Rücken seines Vaters in einem Kindertragesitz getragen oder in einen Schlitten gepackt, bis er alt genug war, um selbst zu laufen. Es gab keine andere Möglichkeit. Als Ranger musste Jan Erik draußen sein und er sah es nicht als Problem an, seinen Sohn zur Arbeit mitzubringen. Heute sitzt Martins vierjährige Tochter mit Ohrenschützern im Kindertragesitz, um ihren Vater auf der Jagd zu begleiten. In der Familie Blom fängt man früh an.

- Das Outdoor-Gesamtpaket hat so viel zu bieten. Es gibt so viel Vielfalt der Natur direkt vor unserer Haustür zu entdecken. Außerdem denke ich, dass wir durch die Beobachtung des Spiels der Natur viel lernen können. Es gibt nichts Schöneres, als den ganz eigenen Tanz der Natur zu beobachten.

Das ist Jan Eriks Antwort, als wir ihn fragen, wie oft er die Balz der Birkhühner schon beobachtet hat. Mit anderen Worten, er hat aufgehört zu zählen.

Es gibt nichts Besseres als ein bisschen hausgemachter Kaffee auf dem Grill

Wir begannen den Abend mit dem Aufwärmen von ein paar Hotdogs und Marshmallows über dem Feuer, in der Nähe der Hütte der Bloms, bevor wir weiter in den Wald vordrangen, um uns auf eine Nacht nahe der Sumpflandschaft vorzubereiten. Da diese Männer sehr viel Erfahrung in der freien Natur haben, dauerte es nicht lange, bis unser kleiner Anbau-Lagerplatz fertig war und wir lagen bald Schulter an Schulter, um auf die Vögel zu warten. Woran wir nicht gedacht hatten, waren die neu geschlüpften Mücken, die sich etwas früher als gewöhnlich zeigten. 47 Mückenstiche aufgeteilt auf zwei Arme und weniger als zwei Stunden Schlaf waren der Preis, den wir zahlen mussten, um einen Blick auf diese tanzenden Vögel zu werfen - wo der Paarungsakt an sich nicht länger als anderthalb Sekunden dauert. Die Natur gibt und die Natur nimmt.

Jagd-Botschafter Jan Erik Blom baut einen Anbau

Sowohl Jan Erik als auch Martin blicken auf eine lange Jagderfahrung zurück. Jan Erik schoss seinen ersten Vogel als Neunjähriger, Martin hatte warten müssen, bis er 14 Jahre alt war, da es neue Vorschriften zu befolgen gab, aber ich denke, man kann sicher sagen, dass er diese Jahre nachgeholt hat, da er große Teile seines Lebens auf der Jagd in den Wäldern zugebracht hat.

- Für mich geht es darum, draußen zu sein. Das Wandern im Freien, Beerenpflücken, Hundeausbildung, Angeln. Das Schöne an der Jagd ist, dass man seine Sinne viel stärker schärft. Man wird noch aufmerksamer und man bemerkt stärker die kleinen Details, sagt Jan Erik.

Martin stimmt zu.

- Oft wird einem die Frage gestellt, wie man es schafft, ein Tier zu schießen, wenn man Tiere so sehr liebt. Für uns geht es bei der Jagd nicht nur um das Schießen der Tiere. Natürlich fügt das dem normalen Laufen durch den Wald ein aufregendes Element hinzu, aber gleichzeitig gibt es nur wenige Menschen, die die Tiere so nah studieren, die Bestände im Laufe des Jahres beobachten, um die Entwicklung zu verfolgen und die sich so viel um die Tiere sorgen wie es Jäger tun.
- Wenn wir sehen, dass einige Arten in einer Saison einen niedrigen Bestand haben, dann jagen wir in dem Jahr nicht. Wenn man ernten will, muss man säen, das ist die Philosophie der meisten Jäger, fügt Jan Erik hinzu.

 Vater und Sohn Blom draußen in Normarka, Norwegen, um die Balz der Birkhühner zu beobachten

In der Familie Blom gibt es eine Menge an Selbstversorger-Essen im Kühlschrank. Nicht nur Fleisch, auch Preiselbeeren, Heidelbeeren, Moltebeeren und Pfifferlinge. Sie ernten, was sie ernten können - ein wesentlicher Teil, der zur Zeit in der freien Natur dazugehört. Man lernt, was die Natur einem geben kann, wodurch man autonomer wird.

- Sich um das Fleisch zu kümmern ist ein wichtiger Bestandteil der Jagd. Die Reinigung, Konservierung und Zubereitung des Fleisches für ein Gericht sind ein wichtiger Teil des Prozesses. Es ist schön ein Abendessen servieren zu können, bei dem man genau weiß, wo die Lebensmittel herkommen, sagt Martin.
- Kindern zu zeigen, wo das Essen herkommt und sie zu lehren, Respekt vor der Natur zu haben, ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Lehren, die wir an die nächste Generation weitergeben können, sagt Jan Erik.

Jagd=Botschafter Jan Erik Blom beim Kaffeetrinken

Die Weibchen haben ihre Partner gewählt und das Spiel nähert sich dem Ende. Dämmerung weicht der Morgenröte. Was ist es, das diese beiden immer wieder nach draußen zieht? Dass sie wieder und wieder die Nacht unter einem Busch verbringen, wo ihnen nur Mücken Gesellschaft leisten, bis die Vögel sich schließlich für eine kurze Tanzrunde an der Sumpflandschaft zeigen und dann zu Hause gut schlafen?

- Die Balz des Birkhuhns ist das Highlight des Frühlings, sagt Martin.

Die Balz kann man nur tief im Wald in einem Zeitraum von zwei Wochen in jedem Frühling beobachten. Das Birkhuhn besiedelt oft Sümpfe, an die es jedes Jahr wieder zurückkehrt, daher sollten Sie mit jemandem sprechen, der die Gegend gut kennt, bevor Sie sich mit einem Schuss Geduld niederlassen, um das Paarungsspiel zu erleben.

- Das Interesse daran ist das gleiche wie bei der Jagd: Es geht um die gute Kameradschaft, eine schöne Zeit in der freien Natur, das Naturerlebnis. Wir jagen nicht nur um zu schießen, wir jagen auch, um Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Wir jagen nach Erfahrungen. Und die soziale Interaktion der Vögel auf diese Weise zu beobachten ist eines der schönsten Erlebnisse, das man in der freien Natur haben kann.

Wir packen unsere Schlafsäcke zusammen und schnallen unsere Skier an, bevor wir uns auf die kurze Reise zurück zur kleinen Hütte am Teich begeben. Wir machen uns etwas Kaffee auf dem Feuer, bevor wir mit der Fahrt zurück in die Zivilisation beginnen, welche nicht weit entfernt ist, auch wenn wir das Gefühl haben, dass wir uns tief in der Wildnis befunden haben. Wir fühlen uns erstaunlich wach.

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