Ein Tag im Freien - Christine Hargin

Nach einigen Tagen, an denen die Wolken tief über der Stadt hingen und man Menschen höchstens in den Pubs antreffen konnte - vertieft in der Planung ihres nächsten Aufstiegs - erwacht Chamonix plötzlich zum Leben, als die Sonne aufs Tal hinabscheint.

Zur gleichen Zeit strömen immer mehr Menschen in die Stadt, während wir der 2. Etappe der Freeride World Tour immer näher kommen. An diesem Wochenende sind in diesen spektakulären Bergen sowohl Freerider als auch Zuschauer anwesend. Für die Frauen ist dies die erste Etappe der World Tour dieser Saison, und Christine Hargin hat gerade die Grenze von Italien passiert, wo sie die letzten paar Tage verbracht hat.

Christine Hargin in der neuen Norrøna Lofoten Gore-Tex Jacke und Hose

Wie fühlen Sie sich gerade?
Toll! Mein Körper fühlt sich gut an, und die alten Verletzungen schränken mich nicht ein.

Was haben Sie in den letzten Tagen gemacht?
Ich bin rumgereist und Ski gefahren. Als der erste Wettbewerb in Revelstoke abgesagt wurde, haben Adam (Widèn) und ich einen Wohnwagen gemietet und so viel Zeit wie möglich mit dem Skifahren in verschiedenen Skigebieten beim Skifahren verbracht.

Sie führen also eine recht nomadische Lebensweise?
Haha, ja, von Oktober bis Mai bin ich sehr viel unterwegs und habe eigentlich keinen festen Wohnsitz. Ich gehe immer dahin, wo es Schnee und gute Witterungsbedingungen gibt, damit ich so viel Ski fahren kann wie möglich. Ich habe das Glück, dass mein Freund viel mit mir reisen kann. Ein Teil meiner Familie wohnt sogar in den Alpen, so dass ich häufig mit Freunden und Familie unterwegs bin.

Wie sieht für Sie ein normaler Tag aus?
Ich versuche, um 8 Uhr aufzustehen um früh anzufangen, trinke einen Kaffee und fahre Ski bis zum Mittagessen - das ist normalerweise um 14 Uhr. Ich habe das Gefühl, dass ich mich besser konzentrieren kann und produktiver bin, wenn ich vor dem Mittagessen Ski fahre, also gehe ich an vielen Tagen danach nicht wieder raus, sondern mache nur noch Indoor-Übungen. Es kommt aber auf die Bedingungen an, aber an einigen Tagen bin ich im Grunde genommen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf den Skiern unterwegs.  

Christine Hargin genießt Ausflüge bei perfekten Witterungsbedingungen

Wie bereiten Sie sich sportlich auf die Freeride World Tour vor?
Nach dem recht abrupten Ende der letzten Saison war ich in der glücklichen Lage, schon Mitte Oktober wieder einen frühen Start hinlegen zu können und konnte sehr viel Ski fahren - das ist immer eine gute Möglichkeit, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. Ich habe im Sommer dieses Jahres auch Wasserspringen trainiert, um in der Lage zu sein, einige neue Tricks zu vollführen - hoffentlich habe ich noch die Gelegenheit, sie bei einigen meiner Läufe zu zeigen.

Haben Sie bisher schon gute Ski-Bedingungen erlebt?
Ja, in Kanada hatten wir wirklich Glück und hatten eine Menge Schnee, obwohl es erst Dezember und relativ früh in der Saison war - was es wiederum einfacher machte, Tricks und Sprünge zu üben. Es war auch angenehmer für meinen Körper, um mich einzufahren.

Mit welchem Gefühl gehen Sie in die erste anstehende Wettkampfrunde?
Es ist ein gutes, aber auch ein aufreibendes Gefühl. Bis man nicht die anderen Mitfahrer gesehen hat, weiß man nicht wer sie sind und wie das Niveau sein wird. Gleichzeitig ist vor dem Wettbewerb immer jede Menge los, viel Aufmerksamkeit von den Medien, Planung und Auswertung. Insgesamt würde ich sagen, dass es eine sehr gespannte Atmosphäre ist, so dass ich mich freue, endlich loslegen zu können.

Norrona-Botschafterin Christine Hargin hat Powder unter ihren Ski.

Also werden Sie selbst als Veteranin immer noch nervös?
Ja, es ist auf jeden Fall ein Vorteil, bereits ein paar Mal dabei gewesen zu sein - ich kenne bereits die meisten Gesichter und weiß, wie alles abläuft. Aber es ist immer wieder beängstigend in den Wettkampf zu gehen, ich spüre den Druck und gleichzeitig möchte ich mich immer verbessern und meinen besten Lauf aller Zeiten erzielen.

Wann beschließen Sie Ihren Lauf vor dem Wettbewerb?
Ich plane das normalerweise nicht lange Zeit im Voraus, da immer viele unerwartete Faktoren ins Spiel kommen, die es erforderlich machen, die Herangehensweise oder die Zeit für den Wettbewerb zu ändern, und alles ist abhängig von der Schnee- und Wetterlage. Ich schaue mir oft mehrere Optionen an, und normalerweise weiß ich am Abend zuvor, welchen Lauf ich machen werde. Ich wähle den Lauf auch danach aus, welche Ski ich fahre oder welche Tricks, ich anwenden möchte.  

Haben Sie ein besonderes Ritual vor dem Lauf?
Ich wärme mich immer mit einigen Dehnübungen vor dem Start auf. Gleichzeitig visualisiere ich die Strecke, die ich machen möchte, und um zu verhindern, dass ich zu nervös werde, versuche ich, gleichmäßig zu atmen und den Lauf objektiv zu betrachten.

Christine Hargin in ihrem Norrøna-Outfitpasst perfekt in den Pulverschnee der italienischen Alpen

Auf welche FWT-Etappen sind Sie besonders gespannt?
Chamonix und Verbier. Beide Gebiete haben ein spannendes Terrain, und das passt mir gut. Natürlich kommt es auf die Strecke an, für die sie sich entscheiden, aber aus meiner früheren Erfahrung machen diese Wettbewerbe besonders Spaß.

Wie entspannen Sie sich zwischen den Wettkämpfen?
Ich trinke Kaffee, haha, und ich versuche, viel Yoga und Stretching zu machen, um dem Körper etwas Zeit zur Regenerierung zu geben und Verletzungen im Laufe der Saison vorzubeugen. Ich verreise immer mit meiner Schaumstoffrolle, um Verspannungen in meinem Körper zu lösen.

 

Christine ist dafür bekannt, in Wettbewerben mit Männerrouten zu wählen, und wir erhalten einen weiteren Beweis dafür, als sie sagt, dass sie bei ihren Ski gerne die Topmodelle von Sean Petit und Seth Morrison's auswählt. Wir freuen uns auch in der diesjährigen FWT auf einige Spitzenläufe von der früheren Weltmeisterin, und drücken ihr die Daumen, auf dass sie bald einen weiteren Titel mit nach Hause nimmt.

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