Das ideale Outfit zum Skitouren

Wie ist das Wetter? Wie warm oder kalt ist es? Ist es windig? Wie lautet die Wettervorhersage für die nächsten zwei Stunden?

Die Auswahl der richtigen Kleidung, bevor Sie sich auf den Weg machen, ist häufig einer der Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Skiausflug. „Learning by doing“ hat sich hier zwar bewährt, aber es kann auch nicht schaden, sich ein paar Tipps zu holen. Hier finden Sie einen Leitfaden für das ideale Outfit – die perfekte Balance zwischen kalt und warm ohne Kompromisse bei der Bewegungsfreiheit: die Grundlagen des Zwiebelprinzips.

Die Wahl des Outfits zum Skitouren ist besonders schwierig. Beim Aufstieg werden hoch atmungsaktive Gewebe mit viel Bewegungsfreiheit und Belüftungsoptionen benötigt, die die Feuchtigkeit nach außen transportieren und schnell trocknen. Auf dem Gipfel sind dann warme Isolationsteile wichtig, während es bei der Abfahrt sowohl warm als auch kalt sein kann und besonders Flexibilität und Bewegungsfreiheit wichtig sind. Kurz gesagt, wir empfehlen für optimalen Komfort in allen Wetterlagen im Winter ein 4-Lagen-System. 

Als Baselayer tragen Sie Funktionsunterwäsche direkt auf der Haut. Der Zweck des Baselayer wird oft falsch verstanden. Sein Ziel ist es in erster Linie, Feuchtigkeit von der Haut zum Midlayer zu transportieren.

Als Baselayer empfehlen wir Funktionsunterwäsche aus Merinowolle oder Polyester. Beide Textilien können Luft selbst dann einschließen, wenn sie nass werden, und halten Sie so warm. Polyesterfasern trocknen schneller und speichern weniger Feuchtigkeit als Merinowolle, fühlen sich dabei aber evtl. etwas kälter an. Für intensivere Aktivitäten empfehlen wir Polyesterunterwäsche. Baumwollhemden sind für diese Schicht ein No-Go. Baumwolle fällt zusammen, wenn sie nass wird, sodass sie keine wärmende Luftschicht bietet. Außerdem trocknet sie sehr langsam. Unser persönlicher Favorit für alle Skiabenteuer ist das Narvik-tech+-Shirt. 

Der Midlayer ist die Schicht zwischen Baselayer und Außenschicht und sorgt dafür, dass Ihnen nicht kalt wird. Sie können die Schicht abhängig von Temperatur, Wetterverhältnissen und Aktivitätsgrad anpassen. 

Fleeceprodukte aus Polyester oder Wollshirts sind als Midlayer zu empfehlen. Bei diesem Layer wählen Sie die Dicke des Produkts abhängig davon, wie kalt es draußen ist. Achten Sie darauf, keine zu warme Jacke anzuziehen, da Sie damit bei Ihrer Aktivität schneller ins Schwitzen geraten. Ihnen sollte zu Beginn der Aktivität etwas kälter sein, als Sie als angenehm empfinden, da Ihnen beim Anstieg warm werden wird. Der Midlayer sollte gestrickt sein, sodass er möglichst viel Luft einschließt. Dies kann mithilfe des Produktgewichts im Vergleich zu seiner Dicke ermittelt werden. Produkte mit einem guten Wärme-Gewichts-Verhältnis transportieren Feuchtigkeit besser. 

Die Außenschicht schützt Sie vor Wind und Wetter und leitet Feuchtigkeit und Wärme vom Körper ab.

In der Regel hat man nicht so viele verschiedene Außenschichten, also wählen unsere Kunden meist ein Kleidungsstück, das für zahlreiche unterschiedliche Bedingungen geeignet ist. Deshalb entscheiden sich viele unserer Kunden für eine wind- und wasserdichte Außenschicht wie Gore-Tex® oder dri. Diese Produkte schützen mit einer Membran vor Wind, Regen, Schnee und Schneeregen, sind aber trotzdem atmungsaktiv und leiten Schweiß und Feuchtigkeit leicht nach außen ab. Diese Art von Außenschicht bietet selbst keine Isolierleistung, ist aber 100 % winddicht, sodass der Midlayer bei Aktivitäten ausreichend Wärme bietet. Wichtig sind unterschiedliche Belüftungsarten in der Außenschicht. Dadurch wird das Produkt flexibler und eignet sich besser als Ganzjahresjacke. Auch die technischen Funktionen der Außenschicht sind für die optimale Nutzung wichtig. Sie sollte eine gute Passform sowie Belüftungsoptionen haben und eine wetterfeste Kapuze, die auch über einem Helm getragen werden kann. Zum Skitouren empfehlen wir lyngen dri flex3 Jacket und Pants. 

Als letzte Schicht empfehlen wir eine Isolationsschicht, die sowohl überals auch unter der Außenschicht getragen werden kann. Diese Schicht soll Sie bei Winteraktivitäten gegen extreme Kälte schützen, zum Beispiel unter besonders kalten Bedingungen auf Berggipfeln, bei Pausen oder wenn Sie lange im Lift sitzen.

 

Mit einer Isolationsschicht können Sie einen dünneren Midlayer verwenden, wodurch Sie bei Ihren Aktivitäten weniger schwitzen. Wir empfehlen eine leichte Daunenjacke, eine PrimaLoft-Jacke oder eine Jacke mit Polartec-Alpha-Isolierung. Diese Isolierjacken sind leicht verstaubar und bieten trotz ihres geringen Gewichts eine gute Isolierung. So gibt es keine Ausrede mehr, sie nicht mitzunehmen. Daunen haben den Vorteil, dass sie gut verstaubar sind und ein gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis bieten. PrimaLoft sorgt auch bei nassem Material für eine gute Isolierung und das Wärme-Gewichts-Verhältnis kommt dem von Daunen nahe. Polartec Alpha bietet den Vorteil, dass es auch nass noch wärmt und hoch atmungsaktiv ist. Wenn Sie es also bei intensiveren Aktivitäten wie Skitouren unter der Außenschicht tragen, ist es für Sie die beste Produktwahl.

Natürlich ist auch Zubehör wichtig. Hände, Füße und Kopf sind wichtige Komfortbereiche und frieren meist besonders schnell. Wenn Sie sich clever kleiden, sind Sie der Kälte weniger stark ausgesetzt.

Für Ihren Kopf empfehlen wir eine Beanie aus 100 % Merinowolle (keine Acrylmischung). Diese bietet Ihnen auch nass guten Schutz. Außerdem sollten Sie immer eine Ersatzeanie im Rucksack haben. Wählen Sie die Dicke des Materials je nach Außentemperatur.

Handschuhe und Fausthandschuhe sollten Sie ebenfalls je nach Temperatur und persönlicher Präferenz wählen. Achten Sie darauf, dass Sie beim Tragen der Handschuhe und Fausthandschuhe Ihre Hände problemlos zu einer Faust ballen können. Durch zusätzlichen Bewegungsfreiraum im Handschuh wird Luft eingeschlossen und Ihre Hände bleiben wärmer. Außerdem sollten Ihre Handschuhe oder Fausthandschuhe atmungsfähig sein und Sie sollten ein Paar mit Membran wählen, wenn sie wasserdicht sein sollen. 

Für Ihre Füße empfehlen wir Ihnen das Tragen von Socken nach dem Zwiebelprinzip, genau wie beim Rest Ihrer Kleidung. Direkt auf der Haut sollten Sie eine sehr dünne, weiche Polyestersocke tragen. Sie leitet Feuchtigkeit vom Fuß ab und schützt vor Blasenbildung. Darüber sollten Sie eine Socke aus Merinowollmischung ziehen, deren Dicke je nach Jahreszeit variieren kann. 

Beim Zwiebelprinzip geht es um Vielseitigkeit und Effizienz. Es ist die ideale Voraussetzung für wechselnde Wetterbedingungen in den Bergen und unterschiedliche Aktivitätsgrade. Wir hoffen, dass Sie mit diesem Leitfaden für das ideale Outfit jetzt mehr Zeit in den Bergen und weniger Zeit mit der Suche im Kleiderschrank verbringen.